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Geschichtlicher Rückblick

Bereits etwa 5.000 v. Ch.
wurde in China schon Hanf angebaut. Dort wurden vor allem die Samen der Pflanze als Nahrungsmittel verwendet. Später wurden dann auch die Fasern der Pflanze zur Herstellung von Kleidung, Seilen und Segeln genutzt. Durch die gesunde Zusammensetzung der Samen aus Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten sowie essenziellen Fettsäuren wurde der Hanf schon früh als Heilmittel eingesetzt. Schon 1578 v. Ch. beschrieb der Chinese Li-Shih-Chen etwa 120 verschiedene Anwendungsmöglichkeiten dieser Heilpflanze, auch in Kombination mit anderen Heilpflanzen.
Nicht nur in China, sondern auch in Indien baute man Hanf schon in der Frühzeit an. Dort spielte der Hanf eine wichtige Rolle in der Religion. Er wurde als heilige Droge angesehen und diente als Meditationshilfe. Während den religiösen Zeremonien schrieb man dem Hanf eine schützende Wirkung vor dem Bösen zu. Auch für die Buddhisten ist der Hanf heilig.
Im antiken Griechenland war Hanf ein gängiges Medikament. Der griechische Arzt Doiskurides Pedanios verfasste ein Buch der Arzneimittellehre („De materia medica“), in dem Hanf einen hohen Stellenwert hatte. Dieses Buch war anderthalb Jahrtausende das grundlegende Arzneibuch. Um ca. 400 n. Ch. wurde der Hanf im Römischen Reich vielseitig eingesetzt. Hanfsamen wurden als Nahrungsmittel verwendet, die Fasern zum Hausbau, zur Herstellung von Textilien und zur Herstellung von Waffen.
Im 9. Jahrhundert, unter Karl dem Großen, wurde der Hanfanbau sogar gesetzlich festgelegt. Da in dieser Zeit viele Kriege herrschten und viel Not im Lande war, war Hanf ein wichtiger Rohstoff. Im Mittelalter war Hanf ein wichtiger Bestandteil der Volksmedizin. Auch die ersten Küchenrezepte wurden schriftlich festgehalten.

Sowohl in Europa als auch in Amerika war Hanf später ein grundlegender Rohstoff. Die Schiffe des Christoph Columbus besaßen Segel und Tauwerk aus Hanffasern. Auch die Kleidung der Matrosen war aus Hanf. Die Faser war eindeutig resistenter gegen das Salzwasser als jede andere zu der Zeit bekannte Faser. Viele bedeutende Kunstwerke sowie Schriften waren auf Hanfpapier festgehalten worden, so z.B. die allseits bekannte „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, die ersten Entwürfe der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der Vereinigten Staaten. Auch die Bibel wurde auf Hanfpapier abgedruckt.
Im 20. Jahrhundert hatte das Ansehen sowie die Verwendung von Hanf viele Hochs und Tiefs zu bewältigen. Vor dem 2. Weltkrieg wurde der Hanf und dessen Konsum verteufelt. Man sagte, Hanf sei eine todbringende Droge, die durch Mexikaner, Schwarze und Jazzmusiker in den USA verbreitet wurde. Henry Ford hingegen produzierte ein Auto aus Hanf. Verkleidung, Textilien, Armaturenbrett und sogar der Treibstoff, mit dem das Auto fuhr, waren aus Hanfbestandteilen gefertigt. Während des 2. Weltkrieges wurde in vielen Teilen der Welt der Hanfanbau wieder toleriert, ja sogar gefördert. Da ein großer Mangel an Rohstofffasern und Nahrung herrschte, wurden sogar Männer in den USA vom Kriegsdienst befreit, wenn sie Hanf anbauten. Auch in Europa wurde in einigen Staaten, wie z.B. in Schweden und Deutschland, durch Schriften („Die lustige Hanffibel“) der Hanfanbau propagiert. In den USA wurde sogar ein Propagandafilm produziert, dessen Titel lautete: „hemp for victory“, was soviel heißt, wie „Hanf für den Sieg“. Nach dem 2. Weltkrieg verlor Hanf wieder an Bedeutung und wurde von der chemischen Industrie allmählich verdrängt. Um den Hanf fast ganz zu verdrängen, wurde das negative Image der Pflanze wieder hergestellt.
Bis heute ist in vielen Staaten der Hanfanbau verboten. In manchen Ländern jedoch kann man trotz vieler bürokratischer Hürden wieder Industriehanf anbauen. In den Staaten, wo die Pflanze legal für den Anbau freigegeben ist, wird die Kultivierung des Hanfes staatlich gefördert.